Wanderstöcke benutzt der Mensch bereits sehr lange, obwohl sich die Form in der Zeit verändert hat. So wurde aus dem ursprünglichen Holzstock (früher haben die Wanderer meistens nur einen Stock verwendet) der moderne Trekkingstock, sowie wir ihn heute können.

Wanderstöcke, oder auch Trekkingstöcke genannt, werden als Unterstützung bei Ausflügen in der Natur, beim Bergsteigen oder beim Überwinden von Naturhindernissen genutzt. Gerade bei längeren Wanderrouten macht sich die Verwendung der Wanderstöcke bemerkbar – der Körper wird entlastet und man fühlt sich auf der Strecke wohler und sicherer.

Welche Arten von Wanderstöcken und Trekkingstöcken gibt es?

Wanderstöcke werden in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle sollten vor dem Kauf gründlich geprüft werden. So kann man die Eignung für die individuellen Bedürfnisse und Verwendungsart prüfen und die richtigen Wanderstöcke kaufen.

Einteilige Wanderstöcke vs. Teleskopstöcke

Der größte Unterschied liegt in der Ausführung der Schaft. Während einteilige Wanderstöcke eine fixe Länge haben, sind Teleskopstöcke auf die gewünschte Länge anpassbar. Beide Ausführungen haben ihre Begründung und eignen sich für unterschiedliche Zwecke.

Einteilige Wanderstöcke

Bei diesem Typ müssen Sie vor dem Kauf die richtige Stocklänge ermitteln (siehe weiter) und den Wanderstock für Ihre Körpergröße kaufen. Die einteilige Konstruktion hat den Vorteil, dass die Vibration bei Ansetzen des Stockes auf harte Untergründe wie Asphalt oder Beton minimiert wird. Den Nachteil stellt jedoch eben die fixe Länge dar – der Stock kann so nur von einer Person verwendet werden.

Um die richtige Stocklänge für Ihre Körpergröße zu ermitteln, multiplizieren Sie Ihre Körperhöhe mit 0,68. Das ergibt die Stocklänge, die Sie kaufen sollten.
Teleskopstöcke

Teleskopstöcke

Teleskopstöcke sind das Gegenteil der einteiligen Stöcke. Diese Stöcke bestehen aus 2-3 Stockelementen und lassen sich auf die gewünschte Länge einstellen. Somit kann der Stock von mehreren Personen genutzt werden. Die Länge kann für einen steilen Abstieg verlängert und wiederum für den Aufstieg leicht verkürzt werden. Dadurch erzielt man immer die optimale Unterstützung. Für den Transport lassen sich Teleskopstöcke auf minimale Länge verkürzen und leicht auf dem Rucksack oder im Auto verstauen.

Zum Nachteil dieser Ausführung gehört das konstruktionsbedingte, leichte Vibrieren beim Ansetzen der Wanderstöcke auf harten Untergründen wie Beton oder Asphalt. Um diesen Vibrationen entgegen zu wirken, sind gute Trekkingstöcke mit sog. Antischock-Mechanismus ausgestattet. Dieser mindert die Vibrationsübertragung in Handgelenke.

Bestandsteile von modernem Wanderstock

Wanderstöcke bestehen aus mehreren Elementen, die sich auf die Funktionalität sowie den Komfort des Anwenders auswirken. Je nach Qualität der Ausführung sowie den verwendeten Materialien unterscheiden sich die Trekkingstöcke erheblich. Daher sollte man beim Kauf der Trekkingstöcke auf die Gesamtbewertung und nicht nur den Preis achten. Wie bei anderen Anschaffungen, auch hier gilt – wer billig kauft, kauft zweimal. Bei Trekkingstöcken ist zudem die Zuverlässigkeit und dadurch die Sicherheit ein wichtiges Kriterium.

Material der Schaft

Der Schaft besteht meistens aus Aluminium oder Carbonfaser, beide Materialien können jedoch unterschiedliche Qualität aufweisen und darauf sollte man beim Kauf von Wanderstöcken besonders achten.

Die billigsten Wanderstöcke werden aus Aluminiumlegierung 6061 gefertigt. Dieses Material ist günstig, jedoch relativ leicht biegsam. Bei einem Sturz oder beim Verklemmen in felsiger Landschaft kann dieser Punkt kritisch werden.

Die teurere Legierung Duralumin 7075 hat eine deutlich höhere Steifigkeit und bessere Korrosionsbeständigkeit als Aluminium 6061. Duralumin 7075 kombiniert die Festigkeit von Stahl mit geringem Gewicht von Aluminium. Dieser Werkstoff wird u.a. für den Bau von militärischen Flugzeugen verwendet und eignet sich dank seiner Eigenschaften besonders gut für die Herstellung von Trekkingstöcken.

Carbonfaser finden die Anwendung bei der Herstellung von Wanderstöcken in höherem Preissegment. Gute Trekkingstöcke aus Kohlenstofffasern sind um Spur leichter als Aluminiumstöcke und eignen sich daher für anspruchsvolle Bergtouren, wo jeder Gram zählt.

Doch auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede. Dass ein Wanderstock aus Kohlenstofffasern besteht, sagt noch wenig über seine Festigkeit und mechanische Eigenschaften. Hersteller verwenden verschiedene Herstellungsverfahren und Anteile von Kohlenstofffasern für die Produktion des Schaftmaterials. Dass wirkt sich nicht nur auf das Gewicht, sondern auch die Festigkeit der Schaft aus.

Vor allem die Bruchbeständigkeit ist ein kritischer Punkt. Im Gegenteil zu Aluminiumstöcken, die sich bei der Überlastung durchbiegen und demnach noch Halt geben, besteht bei Carbonstöcken die Gefahr einer Materialversagung mit Zersplitterung. Dadurch können sehr gefährliche Situationen entstehen.

Die Qualität der „Kohlefaser-Stöcken“ ist für den Käufer nur schwer beurteilbar. Alleine die Angabe des Carbonfaser-Anteils kann irreführend sein, da es gravierende Unterschiede im Herstellungsverfahren und der Bindung der Faser gibt. Wanderstöcke können grundsätzlich nie aus 100% Kohlenstofffaser bestehen, da man bei der Produktion immer einen gewissen Anteil Epoxydharz und Lacke für die Bindung und „Versiegelung“ der Oberfläche hinzufügen muss. Somit lässt sich ein maximaler Kohlenstofffaser-Anteil von ca. 95% erreichen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Kohlenstofffaser-Anteil bei Wanderstöcken für Erwachsene bei einem passenden Herstellungsverfahren mind. 50-75% betragen sollte. Höhere Anteile von Kohlenstofffaser schrauben den Preis hoch und dadurch verschlechtert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Daher gilt ein niedriger Preis bei hohem Anteil der Carbonfaser als Hinweis darauf, dass bei der Produktion irgendwo gespart wurde. Oft wird mit einem 100% Anteil der Carbonfaser Werbung gemacht und der Käufer mit Discountpreis gelockt. Solche Angebote sollte man jedoch lieber vermeiden.

Wanderstöcke mit einem Kohlenstofffaser-Anteil unter 50% sind nur für gelegentlich genutzte Wanderstöcke für Jugendliche geeignet.

Für viele Anwender ist ein hochwertiger Trekkingstock aus Duralumin 7075 besser geeignet als ein billiger Carbonfaser-Stock. Der Gewichtsunterschied ist oft gering, bei gängigen Wanderungen kaum bemerkbar und die Stabilität des Duralumin-Stockes ist unschlagbar.

Der Griff

Griff vom TrekkingstockDer Griff ist ein sehr wichtiges Element, das den Komfort des Wanderers im Wesentlichen bestimmt. Es soll vor allem ergonomisch ausgeführt sein und für ein trockenes Klima sorgen, um Druckstellen und Blasenbildung an den Handflächen zu vermeiden. Zur Auswahl stehen wieder verschiedene Materialen.

Gummi

Die billigsten Stockmodelle haben einen gummierten Griff. Solcher Griff liegt gut in der Hand, führt aber bei längeren Wanderungen zur Schweißansammlung und Blasenbildung. Somit ist dieser Grifftyp eher für gelegentlich genutzte Stöcke geeignet, die in der Rekonvaleszenz oder als Gehhilfe verwendet werden.

Kork

Kork ist ein natürliches Material, das für Griffe der Wanderstöcke genutzt wird. Naturkork ist sehr griffig, sorgt für die Abführung von Schweiß und ist als Griffmaterial auch im Winter angenehm warm. Der Nachteil von Kork ist der schnelle Abrieb.

Künstliches Kork

Es handelt sich um eine Mischung von Korkgranulat und künstlichen Materialien wie Polyurethan, Latex und andere Klebstoffe. Dieses Agglomeratkork hat eine höhere Abriebfestigkeit als Naturkork. Die Schweißabfuhr ist jedoch schlechter als bei der natürlichen Variante.

EVA-Schaum

Dieser Schaumstoff ist sehr abriebfest und sichert ein trockenes Klima an der Griffoberfläche. Der Griff hat auch eine gute Temperaturregulierung – es ist sowohl im Sommer als auch im Winter angenehm. Deswegen hat sich dieses Material für die Herstellung der Griffe gut etabliert.

Die Schlaufe

Schlaufe vom WanderstockDie Schlaufe bildet mit dem Griff eine Gesamteinheit und soll einen sicheren Halt geben und den Verlust des Trekkingstocks verhindern. Die Schlaufe muss fest sein, damit es auch bei hoher Belastung, etwa bei einem Sturz, hält und gleichzeitig weich genug, um Reibung an der Haut zu verhindern. Deswegen sind gepolsterte und ergonomisch geformte Schlaufen vorzuziehen.

Die Schlaufe muss auf die optimale Länge einstellbar sein. Meistens wird sie am Griff durch eine keilförmige Sicherung fixiert, die einfache und schnelle Längenverstellung ermöglicht und die eingestellte Länge stabil hält.

Vergessen Sie nicht auf das passende Zubehör

Damit man die Wanderstöcke bei unterschiedlichen Bedingungen verwenden kann, ist entsprechendes Zubehör erforderlich. So zahlt es sich aus, beim Kauf der Wanderstöcke einen Blick auf das beinhaltete Zubehör zu werfen. Während einige Hersteller den Lieferumfang eher puristisch ausstatten und das erforderliche Zubehör gerne separat verkaufen, findet man auch Komplettsets, die Wanderstöcke mit vielen Extras beinhalten.

Straßenpads

Gummipad für WanderstockAls Straßenpads werden Gummiaufsätze bezeichnet, die man vor allem auf Asphalt und festen Untergründen verwendet. Sie haben verschiedene Formen und werden auf die harte Spitze des Trekkingstocks aufgesetzt, um Vibrationen und Geräusche zu minimieren. Diese Gummipads unterliegen dem Verschleiß und müssen je nach Intensität der Verwendung nachgekauft werden. Auf Feld- und Waldstraßen verwendet man sie üblicherweise nicht.
Tourenteller am Trekkingstock

Tourenteller

Tourenteller schraubt man an die Spitze der Wanderstöcke und sie verhindern zu tiefes Einsenken des Wanderstocks in weichen Boden oder zwischen Steine. So lässt sich oft auch eine Beschädigung der Stöcke verhindern.

SchneetellerSchneeteller

Schneeteller sehen ähnlich aus wie Tourenteller, sind jedoch größer und für die Verwendung auf dem Schnee konzipiert.

Transporthülle

Die Transporthülle ist ein nützliches Zubehör, das Ihr Auto vor Verschmutzung schützt und die Zubehörteile zusammenhält.